Mike, der Rennleiter, hat es gestern nochmals klar gemacht: ‚Go to expect everything‘, was soviel heisst, wie ‚erwarte alles‘. Das taten wir auch. Vor allem ‚real mountainbiking‘ sollen die nächsten sechs Tage anstehen.
So war es denn auch, kaum ein paar Kilometer einwärmen auf der Hauptstrasse und dann gings ab auf unendliche Singletrails und Jeep-Roads. Nie mehr alsphaltierte Strasse während 4 Rennstunden! Wow! Das hatten weder Mige noch Simon je erlebt. Einfach absolute Sonderklasse. Die Amis haben nicht nur unendlich Wald, sondern sie nutzen in auch für geniale Sachen, wie dieses Rennen.
Aber retour zum Tag. Mige hatte bereits im ersten Downhill einen Abgang zu verzeichnen und sein Rad hatte mehr als eine 8… An der ersten Aid-Station half uns der Mechaniker auf einfache und geniale Weise. Er nahm das Rad von Mige in die Hände und bog es mit einem perfekt angesetzten Griff mit dem Knie wieder fast gerade! Wir konnten die Aufholjagd auf uns nehmen. Wir wurden durch den Zwischenfall etwas nach hinten gerutsch, aber das war noch harmlos…
Nach dem wohl härtesten Aufstieg - auf losen Gestein - hatte Simon etwas Vorsprung und dann macht es plötzlich aus heiterem Himmel ‚ppffffff‘. Luft draussen. Schei… Aber zum Glück haben wir beide Schlauchlose Reifen montiert. Simons Hinterrad war aber doch zu wenig dicht und er musste einen Schlauch in die Felge legen. Mige war über alle Berge, da Simon ihm ‚fahr weiter‘ gerufen hatte während dem Pumpen. Der Schlauch hielt auch nicht lange… Dann kam ein Fahrer zu Hilfe und gab Simon einen weiteren Schlauch. Aber der war schon zum vornherein defekt. Super. Sicher schon 15 Minuten vertrödelt… Dann endlich nach ein paar Minuten passierte ein weiterer freundlicher Biker der Simon einen 29er Schlauch gab. Zum Glück sind die grossen Räder –– hier in Amerika schon sehr verbreitet! - gewöhnlich fährt man in der Schweiz noch 26 Zoll.
Dann stand auch Mige wieder am Strassenrand und hatte geduldig auf Simon gewartet. Zusammen gings auf die letzten 10 Kilometer. Dann versagte auch noch Mige Dämpfung in der Federgabel und Simons Gabel war auch schon ziemlich träge geworden.
Zusätzlich noch die Höhe von 2900-3500m.ü.M. Unglaublich das Race, aber total genial! Wir freuen uns auf die kommenden Tage, nun geht’s nur noch aufwärts!
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